Gemeinsame Stellungnahme zum Polizeieinsatz am 05.11.2017

07.11.2017

Am 05.11. wollten unsere beiden Szenen die günstige Spielplan-Konstellation nutzen, um gemeinsam die beiden Spiele unserer Vereine zu verfolgen. So machte man sich nach der Partie Iserlohn-Ingolstadt am frühen Abend mit den Iserlohner Zivis im Schlepptau gemeinsam auf den Weg zur Partie Krefeld-Straubing, ab halber Strecke auch der Straubinger Teil im von Iserlohn organisierten Bus. Kurz vor Krefeld wurde man von einem begleitenden Mannschaftswagen auf einen Parkplatz mit massivem Polizeiaufgebot (Robo-Cops, Zellen-Wagen, Hunde) geleitet. Hier wurde dem Busfahrer mitgeteilt, dass die Straubinger Fans zum Spiel reisen können, alle Iserlohner für den gesamten Tag aber Betretungsverbot für das Krefelder Stadtgebiet haben und umkehren müssen. Der Bus wurde dann mit dem gesamten Polizeiaufgebot über gesperrte Kreuzungen zurück zum Parkplatz der Autos geleitet, wo ausschließlich Personen mit Wohnsitz in Bayern aussteigen und zum Spiel fahren durften, das sie erst zur 30. Spielminute erreichten. Eine konkrete Begründung dafür gab es bis auf unzusammenhängende Aussagen wie "Gewalttäter Sport an Bord" oder "Verhinderung von Auseinandersetzungen" auch auf mehrfache Nachfrage unseres Fahrers nicht.

 

Diese Begründung kann es auch eigentlich nicht geben, da es den kompletten Tag über zu keinerlei Vorkommnissen gekommen war und es auch keine in irgendeiner Weise vom normalen Spielbesuch abweichenden Pläne für den Rest des Tages gab (geplante Ankunft war ja pünktlich zum Bully, die unmittelbare Heimreise danach war aufgrund von Arbeit am nächsten Tag ebenfalls fest eingeplant). Die Situation unterschied sich also in keinster Weise von der Anreise zu jedem anderen Spiel. Etwaige verbotene Gegenstände o.Ä wurden ebenfalls nicht gefunden. Auch aus dieser Perspektive lässt sich deshalb keine Begründung für eine solch massive Einschränkung unserer Bewegungsfreiheit herleiten. Selbst die Argumentation "Personen mit GS-Eintrag", wahrscheinlich basierend auf der Einschätzung von Iserlohner Beamten vor Abfahrt des Busses, ist nicht belastbar. An Bord befand sich keine einzige Person mit gültigem Stadionverbot und alle Mitfahrer durften zuvor noch das Spiel in Iserlohn problemlos besuchen. Es war letztendlich eine augenscheinlich von den Iserlohner Behörden initiierte, komplett willkürliche Maßnahme, die wir hiermit in aller Deutlichkeit kritisieren.

 

Erschwerend hinzu kommt der massive Aufwand, der für diese Aktion betrieben wurde und aus Steuergeldern bezahlt werden muss. Finanzielle Mittel für ca. 60 Polizisten in voller Montur auf einem Parkplatz, sowie anschließend mehr als zehn Polizeiwagen bei der Begleitung zurück zu den Autos an einem Sonntag werden hier völlig sinnlos in den Wind geblasen. Insbesondere, da die Übermittlung des Betretungsverbots schon von den bei Abfahrt des Busses anwesenden Zivis und Streifenbeamten in Iserlohn erledigt hätte werden können, um sich die anschließende Machtdemonstration zu sparen.

 

Am Ende bleibt eine höchst fragwürdige Aktion der Polizei, wäre doch ein (nie in Frage stehender) friedlicher Ablauf des Spieltages mit deutlich geringerem Aufwand und ohne ungerechtfertigte Einschränkung der Grundrechte jederzeit möglich gewesen.

 

Gezeichnet am 07.11.2017,

Szene Straubing

Ultras Iserlohn 2015