Stellungnahme zu den Vorkommnissen beim Spiel des Iserlohner EC beim Krefelder EV

21.08.2018

Die Überforderung der Sicherheitskräfte begann bereits während des Einlasses. Viel zu wenige und überforderte Securitys, ein undurchdachtes System und willkürliche, stichprobenartige Kontrollen. So weit so gut und in Krefeld nichts neues. 
Weiter ging es kurz nach dem Einlass im Block, wo einige Ordner erneute Taschenkontrollen durchführen wollten, da diese zum Einlass wohl nicht genügend stattfanden. 
Hier haben wir einen festen Standpunkt: Kontrollen müssen zum Einlass so ausgeführt werden, dass jeder gleich behandelt wird und im Nachgang keine zusätzlichen Kontrollen von Nöten sind. Die Arbeit des Krefelder Sicherheitsdienstes, welcher wie immer durch den Iserlohner Sicherheitsdienst unterstützt wurde, beurteilen wir bereits hier als höchst unprofessionel und als organisatorische Katastrophe.

Als zwei unserer - nicht der aktiven Fanszene zuzuordnenden - Businsassen nach der ersten Drittelpause nach kurzer Zigarettenpause die Halle erneut betreten wollten, forderte der Sicherheitsdienst von ihnen, die Schuhe auszuziehen, als diese sich weigerten und die Aktion anscheinend zu kritisch hinterfragten, wurde Verstärkung hinzugezogen und in der Folge, trotz des späteren einwilligens der Maßnahme, ein Betretungsverbot ausgesprochen. Die weitere Auseinandersetzung endete damit, dass eine der beiden Personen von fünf Personen des Ordnungsdienstes überwältigt wurde und beide den Abend bis Spielende auf der Polizeiwache verbringen durften.
Was soll man in seinen Schuhen während einer Drittelpause verstecken, was unerlaubt den Weg in die Halle finden soll? Wird als nächstes ein Zelt für Nacktkontrollen aufgebaut? Wo soll dieser Wahn nach Sicherheit hinführen? Für uns eine völlig überzogene Maßnahme mit unschönen Folgen. Weder das Auftreten des Sicherheitsdienstes, noch das der hinzugezogenen Beamten ist hier zu tolerieren und hatte zu keinem Zeitpunkt die Deeskalation als Ziel verfolgt. Wir wünschen uns hier ein anderes, angemessenes Auftreten der Ordner und ein gewisses Fingerspitzengefühl der Beamten, welche ihre Rolle oft komplett falsch einschätzen.

Zu guter letzt kommen wir zu dem Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte. Bereits während des ersten Drittels erkannten wir im Nebenblock sechs Personen, welche wir der Krefelder Szene zuordneten. Spätestens als man sie beim Filmen und Fotografieren sah, war der Verdacht bestätigt. Auch weitere Provokationen der Krefelder blieben ohne Folgen. Ordnungsdienst und Polizei warteten augenscheinlich nur auf Handlungen unsererseits. Erste Wortgefechte eines Iserlohners mit den Krefeldern ließen die Beamten und Ordner ebenfalls unbeeindruckt. Zur Eskalation kam es im Anschluss, als mehrere Mitglieder unserer Gruppe die direkte verbale Konfrontation suchten. Die Polizei und der übermotivierte Ordnungsdienst griff ausschließlich gegen die involvierten Iserlohner ein und versuchte uns gewaltsam zurück in den Block zu drängen. Zu Gewalttaten gegenüber des Ordnungsdienstes und der Polizei kam es jedoch nicht. Ein Gruppenmitglied wurde hierbei durch einen Ordner gewaltsam festgesetzt und durch Polizeibeamten der Halle verwiesen und bekam ein Betretungsverbot für den Rest des Spiels. Erst im Anschluss wurden auch die Krefelder durch die anwesenden Beamten aufgesucht und der Halle verwiesen.
Nach kurzer Beratung entschlossen wir uns als Gruppe, die Halle geschlossen zu verlassen um Solidarität gegenüber der verwiesenen Person zu zeigen. Zu keinem Zeitpunkt war diese Aktion gegen unsere Mannschaft gerichtet.


Unsere zwei festgenommenen Mitfahrer befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Polizeiwache am Krefelder Bahnhof. Die Kommunikation mit dem Einsatzleiter der Polizei gestaltete sich nicht gerade einfach. Er versuchte mit uns zu handeln, als würden wir uns auf einem Basar befinden. Es folgte noch ein Platzverweis für den Bereich direkt vor der Halle. Wir entschieden uns letztendlich dafür, bis zum Spielende im Bereich der Halle zu warten und fuhren im Anschluss mit etlichen Polizeiwagen im Schlepptau zum Bahnhof, wo wir die zwei wieder im Bus begrüßen durften.

Wir verurteilen die unprofessionelle Arbeit des Sicherheitsdienstes und der Krefelder Polizei deutlich und in schärfster Weise! Es wurde eindeutig auf eine Eskalation gewartet um dann überzogen eingreifen zu können. Auch die anwesenden Iserlohner Beamten sind wieder mal durch ihre Unprofessionalität und ihr selbstherrliches Auftreten aufgefallen, was aber ja leider nichts neues ist. Die Willkür, welche hier vertreten wurde, ist nicht zu akzeptieren!

Ultras Iserlohn (22.09.2018)